Moorbeetpflanzen

Moorbeetpflanzen

Allgemeines und Wissenswertes

Moorbeetpflanzen

Tipps zu Pflege und Standort von Rhododendren und anderen Moorbeetpflanzen:

Der Boden für Rhododendren und andere Moorbeetpflanzen sollte locker, humusreich und wasserdurchlässig sein. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 4,5 und 5,5. Ab pH-6 läßt das Wachstum und der Blütenansatz deutlich nach und die Blätter verfärben sich. Den pH-Wert des Bodens können Sie mit Universal-Indikatorpapier aus der Apotheke leicht feststellen. Im Notfall läßt sich der Wert mit Schwefelblüte etwas absenken. Um den pH-Wert um 1° zu senken, benötigen Sie 100 g pro m² (bei uns im Pflanzenmarkt erhältlich).

Da die Böden in unserer Region meist lehmig, schwer und kalkhaltig sind, hilft hier nur ein großzügiger Bodenaustausch im vorgesehenen Pflanzbereich. Dazu wird der vorhandene Boden etwa 25 – 40 cm tief für kleinbleibende schwachwüchsige Rhodos und Moorbeetpflanzen, oder 40 – 70 cm tief für große starkwachsende Pflanzen ausgetauscht. Wir empfehlen für die untere Hälfte reinen Torf (gelockert und gut durchfeuchtet!!) und für die obere Schicht spezielle Rhododendronerde (mit Vorrats-Düngung) zu verwenden. Zusätzlich empfehlen wir das Untermischen von 50 – 70g/qm Hornspänen, die in in besonderer Weise tiefgrüne Belaubung und reiche Blütenknopsenbildung fördern.

Die Luftfeuchtigkeit während Hitzeperioden im Sommer ist meist sehr gering. Rhododendren und andere Moorbeetpflanzen leiden darunter erheblich. Deswegen ist ein Standplatz im Schattenbereich von Gebäuden anzuraten, besser noch im lichten Schatten größerer Gehölze. Die Pflanzen sollten vor der heißen Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden geschützt sein.

Lichter Schatten von tiefwurzelnden Bäumen wie Eichen, Magnolien, Goldregen, Zierkirschen, Obstbäume, Gingko, Hemlocktannen und vor allem Kiefern ist für Rhododendren optimal. Die Bäume müssen aber hochkronig sein. In tiefem Schatten blühen Rhododendron weniger (oder gar nicht) und werden im Wuchs locker.

Flachwurzelnde Bäume wie Ahorn, Buche, Birke, Kastanie, Linde und Weiden sind dagegen Wasser- und Nährstoffkonkurrenten, denn Rhododendren holen sich ihre Nährstoffe fast nur aus den oberen 20 cm.

Je kleiner die Blätter sind, je mehr Sonne wird vertragen. Bei viel Sonne benötigen die Pflanzen allerdings auch viel mehr Feuchtigkeit im Boden und vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Der Wurzelraum sollte auf jeden Fall beschattet sein. Hilfreich ist eine 2 bis 5 cm dicke Mulchschicht aus Kiefernadeln, Rindenmulch oder Pflanzhumus. Dadurch wird die Verdunstung wesentlich vermindert. Vor dem Mulchen ist ein zusätzlicher Stickstoff-Dünger (z. B.: Hornspäne) auszubringen, da beim späteren Rottevorgang der Mulchmaterialen dem Boden Stickstoff entzogen wird. Achten Sie in den ersten 3 – 5 Jahren auf die Erhaltung der Mulchschicht. Später, wenn die Pflanzen den Boden selbst beschatten, ist dies meist nicht mehr notwendig. Auf keinen Fall frisches Schreddergut verwenden (Gerbsäure und Übertragung von Pilzkrankheiten).

Rhododendren lieben dichte Pflanzungen mit anderen Rhododendren oder Moorbeetpflanzen.

Die abgeblühten Blütenstände der Rhodos sollten Sie grundsätzlich nach der Blüte über dem letzten Blattansatz ausbrechen, aber nicht die darunter stehenden Knospen. Hier sind bereits die Blütenanknospen für die nächste Saison angelegt.

Unkräuter nur herausziehen – nicht hacken, da sich die Faserwurzeln in den obersten Bodenschicht befinden, um die Nährstoffe der verrottenden Mulchmaterialien aufzunehmen. Der Boden sollte immer feucht, aber ohne Staunässe sein. Die Wurzeln mögen es luftig.

Unter großen alten Bäumen ein Moorbeet anzulegen ist oft nicht ganz einfach, da der Boden hart und mit dicken Wurzeln durchzogen ist. Hier empfehlen wir eine Art Hochbeet anzulegen: Als Begrenzung Holzbalken oder Steine aufschichten, dazwischen wird das Substrat (Torf und Rhododendronerde) ausgebreitet.

Gießen (möglichst mit Regenwasser!):
Nach einer Neupflanzung großzügig wässern und danach einmal pro Woche. Selbst wenn die Pflanzen eingewachsen sind, sollten Sie es nicht versäumen, bei anhaltend trockenem Wetter alle 2 – 3 Wochen großzügig zu wässern. Bitte nicht nur die Oberfläche befeuchten, sonder darauf achten, dass das Wasser auch bis in die Tiefe durchdringt. Bei Trockenheit im Winter muss an frostfreien Tagen ebenfalls gegossen werden.
Einrollung der Blätter ist ein Verdunstungsschutz: Im Sommer eine Folge von Trockenheit, im Winter von tiefem Bodenfrost.

Düngung:
Schlecht ernährte Pflanzen zeigen aufgehelltes Laub, später auch Laubfall, geringen Blütenansatz und vor allem sind sie dann krankheitsanfällig. Wir empfehlen eine Düngung mit speziellem Rhododendron-Dünger gleich im Frühjahr sobald der Boden sich erwärmt hat. Dann nochmals nach der Blüte, denn zu dieser Zeit setzt das Wachstum ein und die Blütenknospen für das nächste Jahr werden angelegt.

Schnitt
ist meistens nicht erforderlich, wenn doch, dann wählen Sie die Zeit nach der Blüte. Die Blüte fällt dann aber für mindestens ein Jahr aus. Beachten Sie, dass zurückgeschnittene Pflanzen nur durch Düngung die nötige Kraft zum Regenerieren haben. Nach dem Rückschnitt dürfen sie zwei Jahre lang nicht verpflanzt werden, da dann die Nährstoffaufnahme gestört wird.