Obstbaumschnitt

Obstbaumschnitt

Grundregeln zum Obstbaumschnitt für Kern- und Steinobst

Das Schneiden von Obstbäumen ist eine Kunst für sich, die das Wachstum und die Fruchtbildung der Bäume maßgeblich beeinflusst. Hier sind einige grundlegende und detaillierte Richtlinien:

Kernobst (Äpfel, Birnen)

  • Triebe und Blütenknospen: Fast senkrecht wachsende Triebe haben eine starke Wachstumstendenz, setzen jedoch kaum Blütenknospen an. Blütenknospen bilden sich bevorzugt an Ästen, die in einem Winkel von 45° oder flacher zum Stamm stehen. Diese Äste wachsen langsamer, was die Blütenbildung begünstigt.

  • Starker Rückschnitt: Ein starker Rückschnitt fördert das kräftige Wachstum neuer Triebe. Dies ist besonders wichtig, um den Baum jung und vital zu halten.

  • Jährlicher Schnitt: Kernobstbäume wie Äpfel und Birnen sollten jährlich geschnitten werden, um ein Vergreisen zu verhindern und die Bildung von neuem Fruchtholz sicherzustellen. Dies unterstützt die regelmäßige und reiche Ernte.

Steinobst (Kirschen, Pflaumen, Renekloden, Mirabellen)

  • Minimaler Schnitt: Steinobstbäume sollten so wenig wie möglich geschnitten werden. Nach dem Pflanzschnitt sollten die Bäume mehrere Jahre ungestört wachsen dürfen, um ihre natürliche Form zu entwickeln. Erst dann können bei Bedarf zu dicht stehende, dickere Äste herausgesägt werden.

  • Starke Wachstumsreaktion: Zu viel Schnitt kann zu übermäßigem Triebwachstum führen, wobei sich sogenannte „Besen“ bilden. Diese dichten Verzweigungen sind oft weniger produktiv und können die Baumstruktur schwächen.

Pfirsichbäume

  • Zeitpunkt des Schnitts: Pfirsichbäume benötigen kurz vor oder während der Blüte einen stärkeren Rückschnitt. Dies fördert die Bildung kräftiger Fruchttriebe und unterstützt die Gesundheit des Baumes.

  • Unterscheidung der Triebe: Beim Schneiden der Pfirsichbäume müssen drei verschiedene Triebformen unterschieden werden:

    • Echte Fruchttriebe: Diese Triebe sind über 50 cm lang, fingerdick und besitzen gemischte Blatt- und Blütenknospen (außen Blütenknospen, in der Mitte eine Blattknospe). Sie sind entscheidend für die Fruchtbildung und sollten am Baum verbleiben.

    • Falsche Fruchttriebe: Diese sind höchstens 20 cm lang, dünn und fast ausschließlich mit Blütenknospen versehen. Sie sind weniger produktiv und sollten vollständig entfernt werden.

    • Kurze Fruchttriebe: Diese ähneln den echten Fruchttrieben, sind jedoch sehr kurz und entwickeln sich in unseren Regionen nur selten. Wenn vorhanden, sollten sie ebenfalls am Baum bleiben.

Mit diesen detaillierten Regeln können Sie sicherstellen, dass Ihre Obstbäume gesund und produktiv bleiben, sodass Sie Jahr für Jahr reichlich ernten können.